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Gedanken zu Ausstellungen:

 

Das Ausstellungs-Virus ist eine weit verbreitete schwere Krankheit unbekannten Ursprungs, man weiss nur so viel, sie ist recht ansteckend und vernebelt zum Teil die Sinne.

Anders kann ich mir nicht vorstellen, wieso ich an einem meiner wohlverdienten Wochenenden in aller Herrgottsfrühe 4Stunden hin und 4Stunden zurück fahre um einem mir fremden Richter meinen Hund zu zeigen und dafür einen Bericht zu erhalten der mir eventuell ganz und gar nicht gefällt, da ich sowieso den mit Abstand schönsten Hund besitze, leider aber der Richter seine Brille Zuhause vergessen haben muss.

Ich hätte schwören können, dass ich gegen dieses Virus immun bin, da ich schon früh von meiner Lehrmeisterin auf Hunde-Ausstellungen geschleppt worden bin und ich mir das alles ganz genau ansehen musste. Ich kehrte immer wieder mit dem jeweiligen Schwur nach hause „Da geh ich nie wieder hin!!!“

Noch vor gut zwei Jahren meinte ich zu der Züchterin meines Gordon Setters, dass sie mich nie im Leben an einer solchen Veranstaltung mit meinem Hund treffen wird.

Dann kam die Club-Ausstellung des SPCS im Sommer vor zwei Jahren und eigentlich weiss ich gar nicht wie es kam und ich war trotzdem anwesend. Es war ein schöner Tag  mit vielen netten gleich gesinnten Leuten und schönen Hunden und weil es so nett war ließ ich mich zu meiner ersten richtigen IHA in Lausanne überreden.  An dieser Ausstellung habe ich ganz viele sympathische Menschen näher kennen gelernt und es war ein ganz tolles Wochenende, wo ich so viel Spass hatte. Nicht unbedeutend kam dazu, und ich glaube da besteht die absolut grösste Ansteckungsgefahr, mein Hund war sehr erfolgreich und er wurde, vor allem für mich sehr überraschend,  am ersten Tag Jugendsieger und am zweiten Tag zweiter in seiner Klasse.

 

Was bewegt einen erwachsenen Menschen mit gesundem Verstand und zwei hervorragend funktionierenden Augen im Kopf (die ja jeden Tag aufs neue sehen, dass der eigene Hund der Schönste auf der ganzen Welt ist), einen wildfremden Menschen über sein Allerliebstes richten zu lassen. Ist es die Eitelkeit oder ist es die ungebändigte Freude über seinen tollen vierbeinigen Freund.

 

Ist man nicht unter den Gewinnern, dann wird sofort von Schiebung oder Unfähigkeit des Richters gesprochen. Auch ich habe mich auch schon ertappt, dass ich ganz und gar nicht glücklich war mit dem Ergebnis, aber dass war auch wirklich ein ganz miserabler Richter (grins) !!!

Man wird schon ehrgeizig und wenn ich auch immer gedacht habe ich könne die Kritik des Richters oder eine Niederlage ohne weiteres wegstecken, da alles was nicht mit Sekunden oder Toren gemessen werden kann, sehr subjektiv ist, nagt es schon manchmal etwas in meinem Innersten. Zum guten Glück läuft es aber mehrheitlich besser als nur sehr gut und das sind dann die Momente, die man einfach nicht beschreiben kann.

Wenn man unter den letzten zehn Hunden einer Ausstellung ist, die um den Titel „Best in Show“ kämpfen, das ist ein Erlebnis da schwebt man noch tagelang auf Wolke 7.

Auch wenn alles wirklich nur Show ist und nicht mit der Leistung einer Arbeitsprüfung verglichen werden kann, denn im grossen und ganzen kann ein Hund und auch sein Besitzer nichts dafür, dass sein Hundetier mit Schönheit gesegnet ist. Es ist es trotzdem ein wunderschönes Gefühl, das einem, wenn es einem früh morgens im Bett wieder einfällt, immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

 

Da ich mich jetzt mehrheitlich im Setterlager aufhalte  und eigentlich nur noch von mehr oder minder vernünftigen Leuten mit normalen Hunden umgeben bin finde ich die Ausstellungen nicht mehr grässlich. Wenn man sich aber etwas umsieht und beobachtet was manche Menschen ihren Hunden antun, stehen einem die Haare wirklich zu Berge. Alles was so extrem betrieben wird ist nicht gut, hier einige Beispiele selber gesehen: Yorkshire Terriers die bis kurz vor ihrem Auftritt im Ring noch die Haare auf Papierwickel aufgedreht haben, dass ja keine Haarspitze bricht. Gesehen in Frankfurt: Eine Yorkie-Besitzerin die ihrem Liebling mit einem elektrischen Lockenstab die Haare strähnenweise geglättet und die Spitzen zu einer neckischen Tolle verarbeitet hat, Zeitaufwand über eine Stunde. Die Jack Russel –Besitzerin die ihrem Hund an der Ausstellung die Beine glatt getrimmt hat(Ihr könnt mir glauben so schnell wachsen auch bei einem Hund die Haare nicht nach, dass kann man das nicht ohne weiteres 1-2Tage vor der Ausstellung machen). Hundehalter die Ihren Hunden egal welcher Rasse an den Ausstellungen mehr als ein paar Haare auskämmen sind nicht gut vorbereitet, das mach ich doch Zuhause, man tritt doch nicht mit einem verfilzten Hund an. Wenn man an die Pudel mit ihren, ich nenn es eigenwilligen Frisuren denkt. Wobei der Hund ja nicht weiss wie seltsam er aussieht, aber was der Hund erdulden muss bis er so aussieht, wie viele Stunden der ruhig stehen muss bis seine Frisur sitzt. Gesehen in Dortmund: Windstärke 5 die Pudelfrisur hält dank 3Wettertaft. Bobtails, eigentlich kernige richtige Hunde, die mit ihren auftoupierten Hinterteilen und Köpfen einfach nur lächerlich wirken. Afghanen, die ihr Leben lang eine Haube um den Hals tragen damit die Haare an den Ohren nicht abbrechen. Westies die mit soviel Puder und Kreide eingeschmiert sind, dass wenn sie sich schütteln von einer zehnminütigen Staubwolke umhüllt sind. American Cocker Spaniels die kaum sind sie auf dem Ausstellungsgelände auf dem Trimmtisch kommen und alles wird immer und immer wieder nach geschnippelt (ein Wunder dass diese Hunde überhaupt noch Haare haben). Airedale Terriers die als allererstes mit Schaumfestiger  eingerieben werden damit auch sicher kein Haar verrutscht. Das könnte ich noch seitenlang so weiter führen. Wenn diese Leute sich mit der gleichen Energie für den Weltfrieden einsetzten würden, hätten wir bestimmt keine Kriege mehr...

Ich gebe ja zu, dass ich für eine Setterbesitzerin einen relativ grossen Aufwand beim Stylen meines Hundes betreibe, aber mein Hund muss nicht nur für die 15 Minuten im Ring top aussehen und in der ausstellungsfreien Zeit wird alles aufgewickelt, verpackt, geknüpft, einbalsamiert und geschmiert oder dann das krasse Gegenteil man lässt alles verfilzen, verwildern und ohne Pflege, Kamm und Bürste sind zu dieser Zeit ein Fremdwort.

Mein Gordon Setter sieht auch in der ausstellungsfreien Zeit immer wie aus dem Ei gepellt aus, da ich einfach gerne einen hübsch anzusehenden Hund um mich herum habe. Aber der darf sich frei und überall  bewegen, darf durch Schlamm und Dreck toben, darf mit anderen Hunden rumtollen auch wenn halt die Länge der Ohren beim ausgefallenen Spiel mit seinem Kumpel leiden. Mein Hund ist bei diesen Temperaturen  momentan nur im Wasser. Durch  Sonne und Wasser haben seine schwarzen Haare einen derartigen Rotstich, dass ich schon fast vermutete, ich werde in der IHA Luzern zu den Irish Settern geschickt. Natürlich ärgert es mich schon was, aber ich werde sicher nicht unternehmen und meinem Hund  seine ausgiebigen und über alles geliebten Badeeinlagen weiter gönnen.

Ich hoffe doch, dass ich meinem Hund ein so schönes Leben biete, dass er mir, diese Ausstellungs-Tage, die für ihn sicherlich nicht zu den tollsten Tage im Leben gehören, nicht übel nimmt. Und wenn ich ihn so beobachte wie er sich im Ring präsentiert, dann denke ich, er weiss ganz genau, dass es um ihn alleine geht, vielleicht ist er ja wirklich etwas eingebildet und steht gerne im Mittelpunkt, wie viele sagen, aber da passt er ja zu mir.....

 

   

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