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BIRKHAHNJAGD IM WALLIS 

       

vom 22. – 25. Oktober 2005

Schon vor längerer Zeit bekam ich eine Einladung von Martin für die Birkhahn-Jagd im Wallis, im Ganter, einem Gebiet im Herzen des Simplonpasses, zuerst war ich etwas skeptisch, ob sich meine beiden Buben dafür auch eignen würden, oder ob wir uns bis auf die Knochen blamieren werden. Doch ich wusste, ich war bei Martin in den besten Händen und er würde meine Hunde nicht in der Luft zerrupfen, auch  wenn sie keine Birkhahn-Jagd-Passion an den Tag legen würden.

 

Am letzten Freitagabend, nach der Arbeit, machte ich mich auf den Weg ins Wallis. Dass ich für 167km  2 ½ Stunden benötige, war eine ganz neue Erfahrung für mich und mein Auto, vor eine Woche hatte ich nach dieser Zeit schon die halbe Strecke bis nach Kassel hinter mir gelassen, aber in der Schweiz geht halt alles etwas langsamer…

 

Ich wurde schon erwartet und mir wurde noch ein währschaftes Znacht bei Mc Donald angeboten, damit ich gestärkt das Abenteuer „Pia und die Berge“ in Angriff nehmen konnte. Wir besprachen den morgigen Tag und sein Ablauf, das erste Mal leer geschluckt hatte ich, als es hiess um halb vier Frühstück und um viertel nach vier auf in den Kampf. Ich fand es ja arg früh, aber ich stimmte ohne murren zu, man will ja nicht schon am ersten Abend unangenehm auffallen. Irgendwann merkte ich dann doch noch, dass ich gehörig auf die Schippe genommen wurde. Da es um diese Zeit ja noch stockfinster ist, bringt es gar nichts und die neue Zeit wurde auf 8.00h festgelegt, das gefiel mir schon bedeutend besser. Etwas früher wie normal fiel ich in die Federn und entschlummerte auch bald schon voller Spannung was der morgige Tag wohl bringen wird.

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück (damit ich dem was da kommen wird, auch trotzen konnte) machten wir uns wie geplant um 8.00h auf dem Weg, das Wetter versprach wundervoll zu werden. Die Anfahrt zum Startplatz der heutigen Tour war schon nichts für schwache Nerven, schmaler Feldweg, links stotzig hoch rechts senkrecht runter, mit ganz vielen engen Kurven, ja auch mein Auto wurde gefordert. Wohlbehalten angekommen, schulterten wir Rucksack und Flinte, zum Glück beides von Martin, ich hatte genug an mir selber zu tragen, und los ging es. Meine Hippeligkeit wurde schon bald gebremst, als es das erste Mal so richtig obsig ging. An diesem ersten Tag machten wir den Fehler und schnallten die Hunde erst im Gebiet wo Martin die Birkhähne vermutete, da waren meine beiden Jungs so auf 180, dass sie viel zu schnell und zu weit ihre Suche anlegten und mit diesem Tempo gar nicht so nahe an das Wild rankamen, bevor es abstrich. (An den beiden nächsten Tagen machten wir es anders, da liessen wir sie schon von anfangs an frei laufen und der erste „Schpeutz“ war dann draussen).

 Zum Gelände sei nur soviel gesagt, noch etwas steiler und es wäre überhängend gewesen. Ich konnte mich anfangs an der Fauna gar nicht so erfreuen  und hatte mich mehr der Flora zugewandt, nämlich um mich daran festzuhalten während ich auf ca. 6500m, so hoch kam es mir im Minimum vor, als ich verzweifelt versucht hatte meine Lungen mit Luft(wo war sie denn nur?) zu füllen und dazu einen Berg mit ungefähr 75% Gefälle zu traversieren. Zu Beginn hatte ich noch Bedenken, dass meine Hunde da im Gebirge abstürzen könnten, mit der Zeit vergass ich diese Ängste völlig, war ich doch so sehr damit beschäftigt, mir einen Weg durch diese ungebändigte Wildnis zu suchen. Sydney und Houston hatten bedeutend weniger Probleme, die waren so trittsicher wie junge Gämsen. Martin zeigte mir auch jene Trittsicherheit und er marschierte da über dieses unwegsame Gelände, wie so manch unsereiner durch die Basler Fussgängerzone. Ich bekam ihn an diesem Tag, nein auch die beiden nächsten Tage, nur von hinten zu sehen. Zwischendurch, glaube ich, hatte er doch vergessen, dass ich als Baselbieterin nicht mit Steigeisen an den Füssen das Licht der Welt erblickt hatte.

Nach dem ersten Natur-Schock bekam ich auch langsam etwas von der Tierwelt mit, ich sah doch noch den einen oder anderen Birkhahn, ich bekam Adler zu Gesicht und ich weiss jetzt wie Hirsche kacken. Das Atmen viel mir immer leichter oder ich bemerkte, dass mein Körper auch mit der Hälfte vom gewohnten Sauerstoff funktioniert. Die Gummi-Knie hatten sich wieder etwas beruhigt und ich fand es einfach nur noch wunderschön. Die Hunde suchten mit einer unglaublichen Ausdauer, wir mussten ihnen regelrecht Zwangspausen aufbrummen. Martin bedauerte, dass er sie für ihre geleistete Arbeit nicht mit einem geschossenen Hahn belohnen konnte. Das klingt nun jetzt sicher für viele blöd, aber so isses, schon ein Schuss belohnt die Hunde und sie suchen gleich mit noch grösserem Eifer weiter.

Nach vier ein halb Stunden beendeten wir die erste Tour mit einer befriedigenden Müdigkeit in den Knochen, aber auf dem Zahnfleisch kam ich nicht daher, ich konnte mich immer wieder an der atemberaubenden Schönheit der Berge erfrischen, aber ich fand es ein bemerkenswertes Gefühl wieder die ganze Fusssohle zu gebrauchen und nicht nur die äussere oder innere Kante.

 

Befriedigt bis in die Zehenspitzen kehrten wir in Chalet zurück und

hungrig machten wir uns über unser wohlverdientes Essen her, Vier- wie Zweibeiner und danach legten wir eine kleine Siesta ein.

Martin und Nadine, seine Freundin, verwöhnten mich mit einer selten erlebten Gastfreundlichkeit, es mangelte mir an rein gar nichts. Dafür möchte ich mich hier an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Mir wurde noch nie so viele verschiedene Sorten Schokolade offeriert, und ich habe sie alle gegessen…

 

Am Sonntag war Schonzeit für die Birkhähne und für mich, auch wollte das Wetter an diesem Tag nicht so wirklich. Am Nachmittag lernte ich Familienangehörige von Nadine und Martin kennen und was ganz toll war, den schwarz-rote 10 wöchige Zuwachs von Martins Schwester.

Ein leckeres Nachtessen rundete diesen gemütlichen Tag ab.

 

Nadine hatte Martin etwas ins Gewissen geredet, damit er etwas sachte mit mir Flachland-Pomeranze  umgeht, und so änderte er die geplante strenge Tour  gegen einen Waldspaziergang, nur, auch dieser war wieder auf etwa 5600 m und mit einer anfänglichen Steigung, dass wir 300 Höhenmeter in 4 Minuten zurück legten. Aber was dann folgte war ein Traum, in einem Lärchenwald, der fast war wie in ein Märchenwald. Die Lärchennadeln hatten sich Goldgelb verfärbt, dazu die Schneeberge und der strahlendblaue Himmel, es war schon fast kitschig. Wir kriegten Rehe zu Gesicht und die Hund ohne grössere Probleme wieder von deren Spur. Wir hörten einen Birkhahn zischen, und kamen an das eine oder andere Wild. Den einen Birkhahn wäre zu kriegen gewesen, wenn nicht die Flinte Ladehemmungen gehabt hätte. Vielleicht musste es so sein, vielleicht ist dieser Hahn für Höheres bestimmt, auch wenn sich mein Schütze grün und blau geärgert hatte, für mich war das nicht so tragisch ich hatte mich an der Arbeit meiner Hund so erfreuen können, dass die entwischte Beute zweitrangig war. Sydney stand uns sogar einen Eichelhäher vor, es macht mir viel Spass zu sehen wie die Hunde auch lernten und immer cleverer arbeiteten. Das Schöne war, dass selbst Martin überrascht war, von der tollen Arbeit und der enormen Kondition von Sydney und Houston. Über die ganze Zeit von 4 Stunden ging es im flotten  Galopp, beide konnten dieses hohe Tempo mühelos durchhalten. Nur konnten wir wirklich zusehen wie Houston immer dünner und dünner wurde, es war kaum zu glauben wie schnell er an Substanz verlor, aber tierisch Spass hat es beiden gemacht. Interessant war zu sehen wie sich Houston immer mehr an Sydney orientiert hatte, wie er bemerkt hätte, dass da der Bär steppt, oder mehr, der Birkhahn zischt.

 

Am Nachmittag gingen wir mit den Hunden in den Schlossgarten des briger  Stockalpenschloss zum Fotoshooting, an Motiven mangelte es nicht und wir waren sehr zufrieden mit unseren Vierbeinigen Modells.

 

Am Nachmittag begann Houston vorne stark zu Hinken, nach genauem inspizieren merkten wir, dass er sich eine Kralle eingerissen und sich die Ballen wund gelaufen hatte. Als unser Pechvogel am folgenden Morgen zusätzlich in ein Wespennest geriet und von mehreren Wespen gestochen wurde,(er ist und bleibt halt der mit der Arschkarte…) war dann endgültig klar, dass  Houston am letzten Tag zuhause bei Nadine und der Irish Setter Hündin Moïscha bleibt, dafür durfte Eve die Gordon Dame mit.

 

Das Wetter war heute nicht ganz so strahlend, als ob es sich noch nicht ganz sicher war, was es wollte. Vom Gelände her war es wieder sehr ähnlich wie am Vortag. Gespannt wie ein Flitzebogen ob wir heute den schon lange ersehnten Hahn schiessen würden, machten wir uns auf den Weg.

Da wir heute die ersten 1000 Höhenmeter per Auto zurückgelegt hatten, war diese Tour eher ein Sonntagsspaziergang, obwohl es Dienstag war. Schon bald stand Sydney gespannt vor und eine Henne strich ab, ganz toll war, auf welch grosse Distanz Sydney diese Henne in die Nase gekriegt hatte. Martin feuerte seine Flinte in die Luft ab, um Sydneys Punkt zu quittieren und Sydney legte gleich noch einen Zahn zu und kam kurz darauf an einem Hahn zu stehen, der aber so unglücklich abstrich, das das Treffen sehr schwer war zwischen den Masten das Skiliftes. Manch Alpinist ist ihm dafür sicher dankbar. Kaum fünf Minuten später kam Sydney auf 3 Birkhähne, die aber sehr rasch abstrichen und von der Distanz, eher aus der Gefahrenzone, auf der sicheren Seite waren. Und schon wieder kam Sydney zum Stehen und wir vermuteten zuerst, dass dies der warme Platz sei, an dem die drei Hähne sassen. Wir näherten uns dem vorstehenden Hund und völlig unerwartet für uns, nicht für meinen Sydney, denn der stand bombenfest, strich ein weiterer Hahn ab. Dass dieser Hahn von Martin nicht in die ewigen Jagdgründe begleitet wurde, macht ihm sicher genau in diesem Moment noch zu schaffen, aber die meisten Leser sind sicher heilfroh, dass wir keine Beute machen konnten, und mein Bericht ein völlig unblutiges Ende nimmt.

Ich war so stolz auf meinen Sydney, er hatte heute super gearbeitet und kriegt von mir dafür das CACIT/CAC (ein kleiner Scherz für Insider), für seine hervorragende Suche und die vielen Punkten. Auch wenn man sich unter der Birkhahn Jagd vielleicht etwas mehr Action vorstellt, hier ein Schuss, da ein Schuss, dort fällt ein Birkhahn tödlich getroffen von Himmel und noch einer und gleich noch einer. Für die sind meine 4 Tage Wallis sicher kalter Kaffee. Aber für mich war es so ein schönes und überwältigendes Erlebnis, dass mich tief berührt hat, und noch immer, wenn ich mir die schönen Fotos ansehe, ergreift mich dieses Gefühl, dass sicher auch Martin ständig befällt und ihn immer und immer wieder in die Walliser Berge zieht. Ich hoffe heute schon auf eine Einladung Birkhahn Jagd 2006 und vielleicht kriegen wir ihm dann unseren ersten Hahn…

 

 

Bilder von diesem unvergesslichen Elebniss findet man unter :

 

 *FOTOS*

 

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