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Trainings-Woche in Rybno, Polen

vom 5. - 12. März 2005

 

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*FOTOS*

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TAGEBUCH

Freitag, 4. März 05

Endlich, nach schier endloser Planung, (habe ich alle mehr oder minder idiotischen Papiere für den Grenzübertritt meiner Hunde ?, mit wem fahr ich ? und dann die noch viel wichtigere Frage, mit welchem Auto fahr ich ? , da niemand meinem so geliebten Auto diesen Trip zumutete) war es soweit, nach der Arbeit machte ich mich auf den Weg nach Aurach, wo ich mich mit meiner Fahr- und Ferienbegleitung Monika Neuner traf und sie mit ihren 1  1/2 Hunden (einem Gordon und ein  12 Wochen alten Rauhhaar Dackel) und Unmengen Gepäck (dabei hatte ich mich so eingeschränkt...) aufgabelte. Schon etwas vorher hatte ich mich mit meinem Scout Bernd und Susi Hahn zusammen gekoppelt. Ja, ich war optimal vorbereitet!

Von Aurach aus fuhren wir noch ca. 1  1/2Stunden bis kurz vor die Tschechische Grenze, nach Schiltern, da haben wir genächtigt. Voller Erwartung, was uns die nächste Woche wohl bringen wird schliefen wir ein.

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Samstag, 5. März 05

Um 7.00h war Tagwache, wir hatten noch die Möglichkeit unsere Hunde grosszügig zu bewegen, damit sie auch etwas Dampf ablassen konnten vor der langen Fahrt. 10 Stunden Weg lagen vor uns und zum Teil nicht die konfortablesten Strassenverhältnisse. Der Weg führte uns durch Tschechien über Prag nach Polen bis ca. 80 km vor Warschau. Bolimòv hiess unser Ziel. Die Fahrt verlief Ereignislos, abgesehen davon, wie man ohne Reisepass als Schweizerin doch noch nach Polen rein gelassen wird... Monika und ich hatten genügend Zeit, uns zu beschnuppern, da wir uns bis dahin nur einmal kurz an einer Hundeausstellung getroffen hatten, aber wir merkten schon bald, das passt. Und das allerbeste, schon nach kurzer Zeit hatten wir raus gefunden, dass ich lieber Beifahrerin bin und sie lieber Fahrerin ist, sofort hatten wir die Plätze getauscht und von da an hatte ich einen Chauffeur - Perfekt!!! Unser Scout, mit uns im Schlepptau, traf zielsicher in Bolimòv ein, wie er diese Route jedes Wochenende fährt.

So ziemlich als letzte kamen wir um 19.30h im Camp an, gerade rechtzeitig zum Abendessen, auch das passte wieder... Bernd und Susi wurden im Männerhaus, und Monika und ich im Frauenhaus untergebracht, wir teilten uns das mit je 2 weiteren Personen. Nachdem wir im Zimmer ein paar kleinere architektonische Änderungen durchgeführt hatten, sprich aus 5 Einzelbetten mach 4 Einzel- und 1 Doppelbett, oder Monika sogar 1 Einzelbett und 1 Viererbett, uns häuslich niedergelassen hatten und die Hunde gelüftet und gefüttert, lernten wir die ganze Gruppe etwas näher kennen, wobei ich sehr viele bekannte Gesichter begrüssen durfte. Für Gewisse brauchte es eine alljährliche Angewöhnungszeit an den polnischen Vodka und denen bekam der erste Abend nicht sehr gut, aber nachher hatten wir alles wieder im Griff... Artig wie es sich für den ersten Abend gehört gingen wir brav um Mitternacht zu Bett.

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Sonntag, 6. März 05

Heute ist der erste Trainings-Tag, wir sind natürlich alle gespannt was wir an Wild  antreffen werden, bei dem vielen Schnee der liegt. Auf jeden Fall hat der Schnee den grossen Vorteil, dass die Hunde und das Auto sauber bleiben (an so was kann nur eine Frau denken !)

Wir standen tapfer, die ganz Tapferen um 6.00h und die weniger Tapferen um 7.30h, auf, liessen als erstes die Hunde laufen und versäubern und gönnten uns ein ausgiebiges Frühstück, das keine Wünsche offen liess.

Danach versammelten wir uns am Camp-Eingang mit unseren hundebeladenen Autos und machten uns zum nächsten Treffpunkt, der Parkplatz der Rybno Bar, auf, wo die Gruppen eingeteilt wurden und jede Gruppe ein Revierführer zugewiesen bekam.

Unsere Gruppe, bestehend aus 5 Auto, machte sich auf den Weg ins Revier, schon auf dem Weg sahen wir immer wieder ganze Ketten Rebhühner oder auch schon Paarhühner, dass sah doch schon sehr viel versprechend aus. Den ersten Gang machte ich mit Houston. Ausser Wachteln und seinen täglich gehetzten Enten, kannte Houston keine andere Witterung. Die lernte er sehr rasch kennen, denn ihm flogen die Rebhühner und Fasane nur so um die Ohren, was ihn zur ausgiebigen Hetze animierte. Die zweite Rebhuhn-Witterung stand er aber gekonnt vor, nur handelte es sich um eingeschlagenes Huhn, von dem nur noch die Federn vorhanden waren. Ich war aber so was von stolz auf meinen kleinen Buben.

Sydneys ersten Gang absolvierte ich mit Lidija Vida und ihrem GS Sundowner's Monti. Unserseits war es das Chaos pur, Sydney ging mir ständig aus der Hand, lief Kreuz und Quer, ständig aus dem Wind wendend, ohne jede Kontrolle, das mühsam gelernte Sekundieren anscheinend wieder völlig vergessen. Das kann ja heiter werden, aber nachdem die erste Power draussen war, konnte Sydney doch noch konzentriert arbeiten und ihm gelang ein schöner Punkt an einem Fasan, den er vor einem breiten Graben vorstand und er alleine rausarbeiten musste weil Frauchen als Bewegungsbanause selbigen nicht überqueren wollte. Sydney blieb beim Abstreifen und bei Schussabgabe sehr gehorsam und liess sich auch auf direktem Weg abrufen. Nun war der der Finderwille aufs äusserste geweckt, wir suchten noch ein paar viel versprechend aussehende Hecken ab, aber ohne weiteren Erfolg. Aber das hat doch schon gut angefangen.

Um 13.00h trafen sich sämtliche Gruppen in der Rybno Bar zu einem grosszügigen und leckeren Mittagessen. Natürlich mussten auch alle von ihren tollen Jagd-Erfolgen erzählen. Alle konnten über ausreichend Wildkontakt berichten.

Um 14.30h ging es wieder aufs Feld, Sydney lief seinen Gang mit Merlin's Gisko of Gordon mit Führerin Susi Hahn, leider hatten wir kein Wild. Zwar stand Gisko einmal vor, aber Susi und ich steckten im tiefen Schnee in einem Graben fest und kamen vor lauter Schnee und Lachen kaum raus, dafür mischte sich in unseren Gang ein Bernhardiner-Mischling ein, der das wohl ganz Klasse fand, was da bei ihm vor der Haustüre abging. Vielleicht war es auch nur ein Lawinenhund, der uns bei dem nächsten Versinken im Schnee retten wollte...

Houston war mit Merlin's Monalisa of Gordon on Tour, in diesem Gang hat es an nichts gemangelt, Fasane, Rebhühner und ein Hase, was von den beiden Jungspunden gepflegt gehetzt wurde. Houston war sichtlich beeindruckt, was da abging und konnte nichts so richtig verwerten. Ich meinerseits hatte mit den Tücken der Natur zu kämpfen, nun wollte ich noch so einen Graben überwinden, aber ich blieb hilflos im Schnee stecken und musste von Bernd Hahn befreit werden um mich sogleich wieder der Länge nach hinzulegen. Bernd hat einfach eine umwerfende Wirkung auf mich. Aber man fiel ja weich...

Den heutigen Tag zusammenfassend, es war Klasse und so viel Wild wie heute hatte ich in beiden Wochen zusammen, die ich schon mal in Polen war, nicht gesehen.

So gegen 17.00h machten wir uns Richtung Bolimòv in unser Camp, die Hunde hatten nochmals kurz die Möglichkeit miteinander zu tollen, dann wurden sie gefüttert bevor wir uns über unser Futter hermachten. Den Abend verbrachten wir, wie eigentlich jeden, in gemütlicher Runde mal mit mehr mal mit weniger Vodka. Da ich eigentlich immer zu den letzten gehörte, die zu Bett gingen, kann ich ungelogen sagen, dass wir meistens zwischen 24.00h und 01.00h in die Heia fielen.

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Montag, 7. März 05

Jeder Morgen verlief eigentlich wie gehabt, nur schneite es heute wie die ganze Nacht schon unaufhörlich. Was uns natürlich für die Feldarbeit nicht gerade zugute kam. Bei Sydney's-Morgen-Gang kann ich mich gar nicht mehr an den Partner erinnern, ich konnte ihn auch kaum sehen bei diesem Schneegestöber, war es Kijell, Aika oder Paul ? ( Ich glaub es war Aika ) Auf jeden Fall hatten sich die Hühner und die Fasane auch nicht blicken lassen.

Houstons Gang mit Käthe war zwar toll, aber auch da hatten wir kein Suchen-Glück.

Die besonders Pessimistischen unter uns, befürchteten beim Mittagessen schon, dass es das gewesen sei mit anständigem Wetter und Wild, aber dann plötzlich hörte es mit dem Schneien auf das Wetter wurde richtig freundlich und so gingen wir frohen Mutes an den Nachmittag.

Houston lief mit Robin's Kijell, immer noch sichtlich beeindruckt von all diesen neuen Düften die Polen zu bieten hatte.

Immer wieder mussten wir stecken gebliebene Autos aus dem Schnee befreien, seien es unsere eigenen oder auch polnische Gefährte, aber mit Frauen-Power ist alles machbar.

Sydney lieferte mit Merlin's Justin of Gordon einen super tollen Gang. Ich war noch gar nicht richtig drauf vorbereitet, stand Sydney auch schon in bester Gordon Setter Manier, ich kam kaum zu ihm hin, streichten auch schon Paarhühner ab, Sydney im besten Gehorsam auch beim Schuss. Danach war Sydneys Finderwillen voll geweckt, er suchte das Feld in enormer Weite mit gutem Sprung, wie auf Schienen geführt ab und kam nach weiteren 5 Minuten wieder zum Stehen. Ich naives Ding dachte, dass mein Hund die Haushühner vorstand, die ich ca 50m vor uns in einem Garten sah und hatte es gar nicht so eilig zu meinem Hund zu kommen und schon strichen wieder Paarhühner ab, Sydneys Verhalten ohne Beanstandung.  Das war so ein Klasse Gang, schon wegen diesem alleine hätte es sich gelohnt nach Polen zu fahren. Was war ich stolz auf meinen Vierbeiner.

Nach einem reichhaltigen Abendessen, sassen wir wie immer gemütlich beieinander und liessen den Abend ausklingen.

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Dienstag, 8. März 05

In dieser Nacht hatten wir Stromausfall, das Wasser funktionierte nicht mehr und die Heizung viel aus. Und das bei 15° minus, das klingt doch nach viel versprechendem  Adventure-Urlaub. Ich hatte schon arg Mühe mich am Morgen von meinem warmen Bett zu trennen, dem einzigen warmen Ort im Camp mit zwei Wärmeflaschen mit Ohren zu meiner rechten und linken Seite. Zum Glück hatten wir noch etwas Wasser in den Hundewasser-Kanistern um unsere Morgentoilette zu erledigen. Beim Frühstück überlegten wir uns, wie das nun weitergeht, falls der Schaden nicht behoben werden konnte, aber wir hielten uns nicht mit so Nebensächlichkeiten  auf, zuerst war wieder ein neuer Trainingstag angesagt.

Heute kamen wir in die Gruppe von Ronni, sie hatte Tauben organisiert und mit denen wollten wir mit den jungen Hunden arbeiten.

Die Tauben wurden ausgesetzt und wir liessen die Jungstiers mit einer kurzen Suche auf das Wild los. Houston stand die Taube das erste mal wunderbar vor, bevor bei den beiden anderen male die Versuchung doch zu gross war und er einsprang (er ist ja nur ein kleiner Dummer, er wusste bald wie der Hase lief oder besser, wo  die Taube sass) , Peter Fäs hatte die Tauben doch so gut im Schnee platziert, dass Houston sie nicht kriegen konnte. Die beiden nächsten male wurde Houston an der langen Leine dran geführt, denn blöd ist er ja nicht, er wusste ja jetzt wo diese Biester steckten und wozu Vorstehen wenn man sie sich doch gleich krallen könnte. Auch ich habe gelernt dass Ruhe und ja keine Hektik die halbe Miete ist, wenn ich mit Houston an der Leine am Wild arbeite, ich bin Ronni für die Tipps und Tricks wirklich dankbar.

Auch Sydney durfte sich an einer Taube versuchen, das fand er aber so was von blöd. Mit dieser Vorstellung hätten wir keinen Blumentopf gewonnen...

Schon war wieder ein lehrreicher Morgen rum und endlich ging es wieder zum Essen, wir hatten schon so lange nichts mehr zwischen den Zähnen!!! Und dann die gute Nachricht, im Camp hatten wir wieder Wasser, Strom und Heizung.

Am Nachmittag waren wir wieder mit Ronni unterwegs, Sydney hatte seinen Gang mit Una, sie hatten zwei mal Paarhühner drin, die sich aber nicht Punkten liessen (Spielverderber! ). Und Ronni und ich kämpften mit einem Graben der uns zu verschlingen drohte, Ronni befreite zu ihrer Linken Sydney, der völlig in den Schneemassen verschwunden war und zu ihrer Rechten mich, die nicht mehr aus dem Schnee raus kam. Ich hätte auf die Schneeschmelze warten müssen, lange Beine waren dieses mal in Polen klar ein Vorteil.

Houston lief mit Crocett, in diesem Gang war leider kein Wild.

Eine Kette Rebhühner war eingefallen und die versuchte ich mit Sydney in einem Solo zu punkten, er konnte sie auf eine enorme Weite vorstehen, sah sie leider nicht abstreichen, auf der anderen Seite eines Grabens hinter der Hecke, seine Suche war aber von viel Finderwillen geprägt, er zeigte auch (endlich) viel Interesse an den Hecken und es zog ihn nicht nur auf das offene Feld. Es machte mir viel Spass ihm zu zuschauen.

Wieder zurück im Camp, gab es eine warme Dusche, ein leckeres Abendessen ( es ist beeindruckend in wie vielen Variationen man Kartoffeln zubereiten kann und es war immer sehr lecker) und einen gemütlichen Ausklang. Wie meistens in den Nächten, schneite es auch heute ausgiebig, was ich persönlich toll fand.

 

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Mittwoch, 9. März 05

Der Morgen war nun langsam Routine und ich erlaubte mich mein Morgenprogramm etwas zu straffen, so dass ich eine halbe Stunde länger im Bett bleiben konnte, schliesslich war es auch Urlaub.

Zu erwähnen ist, dass die Fahr-Symbiose mit der Monika sich aufs Beste bewährt hatte, wir verstanden und ergänzten uns blendend. Und sie liebt mein Auto genau so wie ich und hätte nie so bösartige Sprüche geklopft, die ich mir sonst immer anhören muss...

Wir waren wieder mit der Ronni unterwegs und heute merkten wir schnell, dass sich die unzähligen Ketten praktisch nicht punkten liessen, an Wild mangelte es wirklich nicht, nur war es heute sehr unkooperativ.

Houston wurde 2-mal auf Hühner angesetzt, die wir vom Auto aus sahen, leider hatte er seine Gedanken sonst wo und kriegte das Abstreichen gar nicht mit. Er war immer noch sichtlich beeindruckt von seinem Polen-Trip. Das 3. Mal klappte es und er konnte sogar das einzelne Huhn kurz vorstehen bevor er ihm das Geleit gab.

Sydney lief seinen Gang mit einem ES namens Pedro, leider konnten sie kein Wild finden. Beide Hund standen einmal auf riesiger Entfernung, vielleicht war da wirklich was, aber bis wir bei den Hunden waren, hatte sich das Wild schon längst verkrümelt. Auch in diesem Gang hatte Sydney einen schweren Sturz, es war für die Hunde nicht einfach bei diesen starken Schneeverwehnungen zu rennen, immer wieder sah man Salto Mortales, aber auch die Hunde vielen weich und es hatte sich die ganze Woche kein Hund bei einem Sturz verletzt, nur zwei Schnittwunden hatten wir zu beklagen.

Dem kalten Wind entfliehend, waren wir froh, dass es schon wieder Zeit fürs Mittagsessen war. Etwas schwerfälliger als sonst machten wir uns ans Nachmittags-Training.

Zuerst kriegte Houston eine 100% Chance an einem erspähten Huhn, die er auch wirklich nutzen konnte. Und auch Sydney kriegte seine Chance an einer Kette Hühner, da er schon länger kein Wildkontakt mehr hatte. Ich kleines Dummes kriegte von der Glanzleistung meines Hundes gar nicht viel mit, aber Frau Stelter war sichtlich zufrieden mit dem Gebotenen. Sydney stand auf grosser Distanz und eigentlich hätte man ihm das nicht wirklich geglaubt, aber wir wussten das die Kette da war, und sie sind dann auch abgestrichen, aber wir Schweizer sind halt manchmal doch etwas langsam und haben davon leider nichts mitgekriegt...

Sydney kriegte an diesem Nachmittag noch einen Gang mit Best, in dem wir nicht verwendbare Hühner hatten (im Zweifelsfall für den Hund), aber auch einen Hasen, den beide quittierten.

Houston lief mit Una was ihn aber völlig überfordert hatte und er wurde nach diesem Gang die restliche Woche kurz gehalten.

Was ganz interessant ist, dass in Polen nur eine Strassenseite vom Schnee befreit wird und auf der fahren dann alle, so muss auch jeder, der gezwungen ist auf der falschen Spur zu fahren, dummerweise in den hohen Schnee ausweichen. Erstens kommt man so nicht wirklich vorwärts und zweitens bleibt man ohne 4-Rad-Antrieb immer wieder stecken und schon wieder ist schieben angesagt. Aber eben andere Länder andere Sitten. Vielleicht lag das aber auch daran, dass es in der ganzen Gegend nur zwei Schneeräumer gab und er einfach noch nicht auf dem Rückweg war...

Und schon wieder war ein Tag vorbei, es machte mir einen heiden Spass, auch wenn wir an Abend schon platt waren von der vielen, vielen frischen Luft.

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Donnerstag, 10. März 05

Auch in dieser Nacht hatte es gut geschneit, aber frohen Mutes nahmen wir einen weiteren Tag in Angriff, nach ausgiebigem Frühstück ging es ins Revier und die Gruppen wurden zusammen gestellt, ich war wieder mit Hahns zusammen, also konnte einem weiteren spektakulären Gang mit der Susi nichts im Wege stehen, den hatten wir auf den Nachmittag verschoben. Carsten Röhre war auch in der Gruppe und wir wollten unbedingt die Halbgeschwister Bounty und Sydney miteinander laufen lassen, das versprach ein Chaos Gang zu werden. Schnell-weit-unkontrollierbar ! Aber den verschoben wir als letzten ultimativen Polen Gang auf den Freitag, unser Highlight.

Am morgen lief Sydney seinen Gang mit Mona und Bernd, Carsten gab uns einen Tipp, wo eine Kette Rebhühner eingefallen war, nur hatten die leider nicht auf und gewartet. Sydney machte heute Morgen einen müden Eindruck, so 4 Tage Training gehen halt doch nicht spurlos vorüber.

Für Houston wollte ich eine 100% Chance ohne viel Rennerei, an diesem Morgen hatte es nicht so ganz geklappt. Aber am Nachmittag hatte er eine ganze Kette um sein Glück zu versuchen. Die hatte er auch ganz kurz angezeigt und dann mit Vollgas drauf los und hinterher. Auf dem Rückweg stolperte er auf ein einzelnes sitzen gebliebenes  Huhn, das anscheinen den Anschluss verpasst hatte und das wurde dann gleich nochmals ausgiebig gehetzt. Das hat Spass gemacht...

Susi und ich wollten unser Glück versuchen, ich war kaum auf dem Feld, schon hat es mich der Länge nach hingelegt, wie erwähnt fällt man weich, nur wenn man den Fotoapparat und den Revolver in der Jackentasche hat, prellt man sich schon zum Teil ganz ungeschickte Körperregionen. Wir schnallten Gisko und Sydney auf einem Feld in dem wir schon vom Rand aus 3 Hasen erspäht hatten. Aber bedenkenlos und voller Urvertrauen in unsere Hunde starteten wir die Suche. Bei Sydney war nichts mehr von der morgendlichen Müdigkeit sichtbar, er gab wieder Vollgas. Gisko kam schon bald zum stehen, und Sydney 100 m entfernt ebenfalls, so wie er stand deutete ich es eher als Vorstehen und nicht als Sekundieren. Ich liess Susi Gisko bedienen, leider konnte er nichts zeigen,  da bei Sydney die Spannung nicht mehr so richtig da war, setzten wir etwas zurück und ich schicke Sydney weiter, der gleich wieder am selben Ort feste vorstand, beim Nachziehen strich ein Fasan und gleichzeitig ein Rebhuhn ab und man ist nie vor neuen Überraschungen sicher, Sydney gab dem Fasan nach dem Schuss kurz sein Geleit. Da war ich wirklich sprachlos, das kenne ich von meinem Hund wirklich nicht, aber eben, einmal ist es immer das erste mal... Meine Konzentration und ich glaube auch die von Sydney wurde merklich gestört, durch einen Bauchplatscher von Susi, als sie einen dieser gefürchteten Gräben überwinden wollte, ich gestehe, ich hatte beinahe in die Hosen gepinkelt, als ich der Susi zu geschaut hab, wie sie mit einem sehr eleganten Hechtsprung in der weissen Pracht verschwand und nur so kann es sein, dass wir ein Rebhuhn überlaufen hatten - Pech! Gisko kam mal kurzzeitig in die Versuchung, sich auf eine Hasenspur zu heften, aber er liess sich gehorsam wieder auf den rechten Pfad lenken. Wenn Gisko zum Stehen kam, dann immer 300 m von Susi entfernt, die Arme war immer am rennen ( aber das tat ihr gut, sie hat auch sehr viel gegessen in dieser Woche...) und bis sie beim Hund war, hatte sich das Wild leider schon verpiselt. Die Gänge mit Susi waren immer eine wahre Freude und eine Bereicherung jedes Training-Tages.

Vor dem Abendessen trafen wir uns im Männerhaus, bei Hahns auf dem Zimmer, zum Apèro. Carsten, Sabine und Monika waren auch anwesend, es war so gemütlich, dass wir fast das Abendessen verpassten und das will doch bei mir was heissen. An diesem Abend hatte ich die Kurve gekriegt und ich war schon kurz nach 22.00h in der Heia, das hatte mir richtig gut getan und ich hatte gemerkt, dass es nicht weh tut, nicht immer bei den Letzten zu sein.

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Freitag, 11. März 05

Diesen Morgen stand ich wirklich etwas weniger schwerfällig auf, die paar Stunden die mehr geschlafen hatte, machten sich wirklich bezahlt. Beim Frühstück wurde das erste Mal von der Abreise gesprochen, zwei Autos mit den dazugehörenden Menschen und Hunden, hatten sich schon Mitte Woche verabschiedet, weitere wollten uns diesen Mittag verlassen. Wir planten, samstags noch einen Gang mit jedem Hund zu machen und dann aufzubrechen. Weitere wollten die Woche bis am Sonntag mit Trainings nutzen.

Auf ging’s ins Revier nach Rybno, schnell eine Gruppenenteilung vorgenommen und ab ins Feld. Mit Houston war ich wieder auf der Suche nach der 100 % Chance an Hühner, aber am Morgen wollte das nicht so recht klappen, entweder war das Wild nicht so kooperativ oder mein Hund zu schusselig. Mit Sydney machte ich einen weiteren Gang mit Bernd und Justin, das hatte sich an anderen Tagen schon als viel versprechend erwiesen. Und auch diesmal hatte ich das Glück zwei Fasane zu punkten. Der erste Punkt musste Sydney alleine machen, weil ich bis zur Hüfte im Schnee feststeckte und da fast nicht mehr raus kam. Aber ich hatte trotz allem noch die Zeit gefunden und meinen vorstehenden Hund zu fotografieren... (Habe ich schon erwähnt, dass ich japanische Vorfahren hab...?). Sydney hat meine  hoffnungslose Situation schändlichst ausgenutzt und hat den Fasan noch kurz angehetzt. Den zweiten Punkt machte Sydney in einem Graben und ich vermutete schwer, dass dieser Fasan auch etwas fest sass, der steckte genau so im Schnee wie ich vorher, nur dass er sich etwas eleganter aus dieser Misere befreit hatte. Auch Justin war erfolgreich und konnte in einem Altgrasstreifen einen Punkt an Rebhühnern realisieren. Da waren wir doch richtig erfolgreich in diesem Gang, wenn es auch durch das Gelände bedingt eher zwei gleichzeitig geführte Solos waren, als ein Couple. Bernd Diesseits und ich Jenseits zwar nicht von Eden aber vom Graben.

Immer wenn wir zum Mittagessen fuhren, trafen wir mit dem Auto auf Unmengen von Wild, man hatte fast das Gefühl es machte sich über uns lustig. Ätsch ! Da sind wir - eure doofen Hunde haben uns vorher nicht gefunden. Aber das war uns zu diesem Zeitpunkt egal, waren wir doch gedanklich schon bei unserer leckeren Nudelsuppe und den Kartoffeln, gekocht nach der Variante 27. Nach dem Essen verabschiedete sich wieder eine Gruppe von 2 Autos und so wurden wir immer kleiner und kleiner. Zu allem Übel hatte es auch wieder anzufangen zu schneien. Da machten wir uns auch das erste mal Gedanken, morgen nicht noch zuerst zu trainieren, sondern uns gleich nach dem Frühstück (soviel Zeit muss sein) aufzubrechen, da der viele Schnee die Heimfahrt nicht einfacher macht.

Am Nachmittag kriegte Houston tatsächlich von Revierführer Franz seine 100 % - Rebhuhn-Chance, die er auch wunderbar genutzt hatte. Das war für Houston ein schöner Abschluss in Polen. Eine kleine Annektote am Rande: Auch für Aika hatte Franz eine 100 % Chance ausfindig gemacht, Monika und Carsten, der etwas Hilfestellung leisten wollte, umschlugen die eingefallenen Hühner  in einem Radius von ca. 1km, damit sie sich den Hühnern gegen den Wind gut nähern konnten. Fast am Ziel angekommen, wurde diese Aktion von Sabine jäh zerstört, die sich gedacht hatte, das sei doch ein lauschiges Plätzchen um mal für kleine Mädchen zu gehen, und weg waren sie...!!! Was Carsten dazu erwiderte wurde leider weggepiept...

Als Höhepunkt, bis zuletzt aufgespart, der Gang Sydney x Bounty, sozusagen ein Familienausflug, nein, Carsten ist nicht mein lang verschollener Vater, sondern  die Hunde sind Halbgeschwister, gleicher Vater. Es war eine Pracht zu zugucken, kurz: Weit - Schnell und einfach nur schöööön. Leider hatten sie kein Wild, da es immer noch unaufhörlich schneite, aber so wie die Hunde liefen entschädigte es uns dafür. Dann kam der Bernhardiner-Mix vom Sonntag wieder ins Spiel, der verfolgte unsere Hunde wieder über eine grosse Distanz, auch wenn er nicht im entferntdesten ihrem Tempo mithalten konnte, wie der Bauer uns Zweibeinern auch nicht, auch er musste merken, dass die Gräben doch sehr heimtückisch sind. Als der Mischling dann Sydney endlich hatte, wollte er ihn auch gleich verspeisen, als wollte er damit sagen: Du entkommst mir nicht noch ein zweites Mal. Auch wenn ich so gute Ratschläge auf Lager hab, wie: Hände weg! in solch einer Situation, konnte ich meine Finger doch nicht davon lassen und habe den Bernhardiner von meinem Hund geholt, der ihn schon am Kragen gepackt hatte. So ein Setter sieht schon verschwindend klein aus unter einem Bernhardiner auch wenn es nur ein Mischling ist. Aber die Sache ist für uns nochmals glimpflich abgelaufen, nicht für den Bauern, der kriegte von unserem Franz eine gehörige Standpauke. Wir suchten noch ein paar Minuten weiter, damit sich Sydney etwas von dem Schrecken erholen konnte, und dann beedneten wir das Training Polen - Frühling - 05 mit den Worten: geil, Bounty x Sydney das müssen wir öffters machen.

Auf dem Rückweg zum Camp, durch den vielen Schnee der wieder gefallen war, wurde es dem einen oder anderen schon etwas mulmig zumute was die Heimfahrt anbelangt, mir nicht ich hatte mit Monika eine super Chauffeuse.

An diesem Abend hatten wir gepfegt und dezent Abschied gefeiert und wir wussten alle, das war nicht das letzte Mal...

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Samstag, 12.März 05

Vor dem Frühstück, das Gepäck noch rasch zusammen gepackt und im Auto verstaut und dann haben wir uns das letzte Mal von der Küche verwöhnen lassen. Bis auf zwei Autos brach die ganze Truppe Richtung Heimat auf. Gute 10 Stunden Fahrt lagen vor uns, bis nach Schiltern, wo wir wieder eine Übernachtung eingeplant hatten. Die Fahrt verlief ereignislos und ruhig, aber wir waren alle glücklich endlich in unserem Übernachtungsdomizil angekommen zu sein. Am Morgen nahmen wir dann den restlichen Weg in Angriff. In Aurach musste ich mich schweren Herzens von Monika wieder trennen, ich vermisste danach nicht nur meinen zuverlässigen Chauffeur sondern auch eine liebgewonnene Freundin, diese Fahrgemeinschaft hatte super gepasst. Das würden wir beide sofort wiederholen. Von Aurach aus waren es dann nur noch läppische 4Stunden Fahrt, das liegt sozusagen gleich ums Eck. Wohlbehütet brachte ich die ganze Fuhr wieder heim.

Fazit:

* Wir waren 24 Personen mit 14 Autos und 63 Hunden, davon 7 keine Setter oder Pointer

* Die ganze Woche herrschte eine tolle, lockere und entspannte Stimmung

* Wild und Wetter waren für meine Verhältnisse perfekt

* Das Camp und das Essen ist 100 x besser als sein Ruf

* Wer nicht dabein war, hatte wirklich was verpasst !!!

 

So herzliche Gratulation, wenn du bis hier durch gehalten hast mit dem Lesen und nicht vorher irgendwie verloren gegangen bist.

Ich hoffe ich konnte etwas von dem Spass, den wir da hatten rüberbringen, und ich kann nur sagen, für mich und meine Hunde hat sich diese Woche gelohnt und wir konnten richtig provitiern

   

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